Service & Aufgaben // Datenannahme QS

 

Inhalt:

1. Gesetzliche Grundlagen

2. Aufgaben der Datenannahmestelle

3. QS-Verfahren

3.1 Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie

3.2 Vermeidung nosokomialer Infektionen – Postoperative Wundinfektionen

5. Kontakt/Support

6. Weitere Informationen

 

 

1. Gesetzliche Grundlagen

Gemäß § 135a Abs. 2 Nr. 1 SGB V sind zugelassene Krankenhäuser verpflichtet, sich an einrichtungsübergreifenden Maßnahmen der Qualitätssicherung zu beteiligen. Anknüpfend an die Verpflichtung der Krankenhäuser zur Beteiligung an Qualitätssicherungsmaßnahmen folgt die Ermächtigung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die verpflichtenden Maßnahmen der Qualitätssicherung durch Richtlinien zu bestimmen (vgl. § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 SGB V i.V.m. § 136 Abs. 1 SGB V). Auf dieser Grundlage hat der G-BA am 19. April 2010 die Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung – Qesü-RL beschlossen. Die Richtlinie normiert in Teil 1 die Rahmenbestimmungen und in Teil 2 die verfahrensspezifischen Festlegungen (Themenspezifischen Bestimmungen) zur Umsetzung der einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung. Die Verbindlichkeit der G-BA Beschlüsse für Krankenhäuser ergibt sich aus § 91 Abs. 6 SGB V.

 

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2. Aufgaben der Datenannahmestelle

Alle nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser sind gemäß § 15 Abs. 1 Qesü-RL verpflichtet, die nach den themenspezifischen Bestimmungen erforderlichen Daten zu erheben und nach Vorgabe der Richtlinie zu übermitteln. Entsprechend § 13 Abs. 1 Qesü-RL hat der Datenfluss grundsätzlich elektronisch unter Einbeziehung einer Datenannahmestelle und Vertrauensstelle an die Bundesauswertungsstelle zu erfolgen. Datenannahmestelle nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Qesü-RL für die von den Krankenhäusern zu erhebenden Daten ist im Land Brandenburg die QS-Datenannahmestelle bei der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg (LKB). Folgende Aufgaben ergeben sich auf Grundlage der Qesü-RL für die Datenannahmestelle:

 

  • Annahme der von den Krankenhäusern zu erhebenden Daten
  • Prüfung der übermittelten Daten auf Plausibilität, Vollständigkeit und Vollzähligkeit
  • Pseudomisierung der das Krankenhaus identifizierenden Daten
  • Weiterleitung der geprüften Daten inkl. des Ergebnisses der Überprüfung an die Vertrauensstelle
  • Annahme der Soll-Statistik und Konformitätserklärung
  • Erteilung einer Bescheinigung über die im abgelaufenen Kalenderjahr vollständig dokumentierten Datensätze (Ist)
  • Unterstützung der zuständigen Stelle (Landesarbeitsgemeinschaft, Bundesauswertungsstelle) bei der Klärung der durch die Auswertungsstelle festgestellten Auffälligkeiten – soweit erforderlich, durch Identifizierung des betroffenen Krankenhauses
  • Annahme der Rückmeldeberichte von der Auswertungsstelle und Weiterleitung dieser an die Krankenhäuser

 

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3. QS-Verfahren

3.1 Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie

 

Gegenstand des Verfahrens

Koronarangiographien und Perkutane Koronarinterventionen bei Patientinnen und Patienten ab 18 Jahren, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind.

 

Ziele des Verfahrens

  • Verbesserung der Indikationsstellung
  • Förderung der leitliniengerechten Durchführung des Eingriffs zur Erhöhung der Patientensicherheit
  • Verringerung der Komplikationsrate während und nach der Behandlung, hierbei insbesondere eine Verringerung von unerwünschten kardialen oder zerebrovaskulären Ereignissen (MACCE) und der Sterblichkeit.

 

Dokumentationszeitraum

Das Verfahren wird bezogen auf ein Kalenderjahr (Erfassungsjahr) durchgeführt. Maßgeblich für die Zuordnung zum Erfassungsjahr ist bei ambulanter Leistungserbringung das Eingriffsdatum, bei stationärer Leistungserbringung das Datum der Entlassung nach dem Eingriff. Die Datenerhebung beginnt zum 01. Januar 2016.

 

Dokumentationsumfang

Das Verfahren wird länderbezogen und als Vollerhebung durchgeführt. Nicht dokumentierte, aber dokumentationspflichtige Datensätze lösen Maßnahmen nach Teil 1 § 17 Abs. 4 Qesü-RL aus. Bis zum 31. Dezember 2016 beschließt der G-BA Regelungen zur fehlenden Dokumentation der Datensätze. Für das Erfassungsjahr 2016 werden keine Vergütungsabschläge erhoben.

 

Dokumentationspflichtige Leistungen

Für folgende Leistungen im Krankenhaus ergibt sich eine Datenlieferpflicht an die QS-Datenannahmestelle der LKB:

  • stationäre Fälle nach § 301 SGB V, § 121 Abs. 5 SGB V, §§ 140a ff SGB V
  • vorstationäre Fälle nach § 115a SGB V
  • ambulante Fälle nach § 115b, § 116b, § 117, § 118 und § 119 SGB V

Für folgende Leistungen kollektivvertraglich tätiger Ärzte und Arztpraxen ergibt sich eine Datenlieferpflicht an die QS-Datenannahmestelle der KVBB:

  • ambulante Leistungen nach § 295 SGB V, § 116 SGB V
  • stationäre Fälle nach § 121 Abs. 3 SGB V

Für folgende Leistungen selektivvertraglich tätiger Ärzte und Arztpraxen ergibt sich eine Datenlieferpflicht an die Vertrauensstelle nach § 299 SGB V:

  • selektivvertragliche Leistungen der Arztpraxen und der medizinischen Versorgungszentren nach §§ 73 b und c SGB V

Das Nähere darüber, in welchen Fällen sich jeweils eine Dokumentationspflicht ergibt, ist der QS-Basisspezifikation für Leistungserbringer zu entnehmen.

 

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3.2 Vermeidung nosokomialer Infektionen – Postoperative Wundinfektionen

 

Gegenstand des Verfahrens

Gegenstand des Verfahrens ist die Vermeidung postoperativer Wundinfektionen. Dazu werden fallbezogen postoperative Wundinfektionsraten und einrichtungsbezogen das Hygiene- und Infektionsmanagement sowie der Händedesinfektionsmittelverbrauch betrachtet. Zur Beurteilung der Wundinfektionsraten werden in das Verfahren hierfür maßgebliche Operationen für das jeweilige Fachgebiet bei Patienten ab 18 Jahren aufgenommen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind.

 

Ziele des Verfahrens

  • Reduktion nosokomialer postoperativer Wundinfektionen
  • Verbesserung des Hygiene- und Infektionsmanagements
  • Beitrag zur Vermeidung nosokomialer Infektionen.

 

Dokumentationszeitraum

Das Verfahren wird länderbezogen und als Vollerhebung durchgeführt und beginnt mit der Datenerhebung beim Leistungserbringer zum 01. Januar 2017.

 

Dokumentationsumfang

Nicht dokumentierte, aber dokumentationspflichtige Datensätze lösen Maßnahmen nach Teil 1 § 17 Absatz 4 zweiter Spiegelstrich Qesü-RL aus. Der G-BA beschließt bis zum 31. Dezember 2017 Regelungen zur fehlenden Dokumentation der Datensätze. Für das Erfassungsjahr 2017 werden keine Vergütungsabschläge erhoben.

 

Dokumentationspflichtige Leistungen

Eine leistungserbringerbezogene Dokumentationspflicht ergibt sich für stationär behandelte Wundinfektionen, die innerhalb von 30 Tagen nach einem Eingriff ohne Implantat bzw. innerhalb eines Jahres nach einem Eingriff mit Implantat auftreten. Das Nähere darüber, in welchen Fällen sich jeweils eine Dokumentationspflicht ergibt, ist der QS-Basisspezifikation für Leistungserbringer zu entnehmen.

 

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Übermittlungsfristen

  1. QS-Dokumentation
    Die Übermittlung der in den Krankenhäusern zu dokumentierenden Daten an die Datenannahmestelle erfolgt für die Daten des jeweils vorherigen Quartals bis zum Mai, 15. August, 15. November und 28. Februar. Für die Daten des gesamten Erfassungsjahres besteht eine Korrekturfrist bis zum 15. März des auf das Erfassungsjahr folgenden Jahres.
  2. Sollstatistik / Konformitätserklärung
    Die Konformitätserklärung und die Aufstellung (Soll) nach Teil 1 § 15 Qesü-RL sind spätestens bis zum Ende der Korrekturfrist (15. März) an die Datenannahmestelle zu übermitteln.
  3. Bescheinigung über vollständig dokumentierte Datensätze (Ist)
    Bis zum April des der Datenerhebung nachfolgenden Jahres erteilt die Datenannahmestelle den Leistungserbringern eine Bescheinigung über die im abgelaufenen Kalenderjahr vollständig dokumentierten Datensätze (Ist).
  4. Rückmelde/Zwischenberichte
    Die Bundesauswertungsstelle stellt der Datenannahmestelle zum Januar, 01. April, 01. Juli und 01. Oktober Zwischenberichte sowie bis zum 15. Juni einen jährlichen Rückmeldebericht zur Verfügung. Die jeweilige Datenannahmestelle sendet die Berichte unmittelbar an die Leistungserbringer weiter.

 

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4. Ansprechpartner der Datenannahmestelle

 

Support: QS@LKB-Online.de
Datenlieferung: QS-Daten@LKB-Online.de
Postanschrift: Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg e. V.

QS-Datenannahmestelle

Zeppelinstraße 48

14471 Potsdam

Servicetelefon: 0331 – 27553-33
Ansprechpartner: Herr Stefan Sens
Herr Wolfgang Kronitz

 

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5. Weitere Informationen

 

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